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Apotheken reden Tacheles

Apotheker*innen auf Station: Mehr Sicherheit für Patient*innen

95 Prozent aller Krankenhauspatient*innen erhalten eine medikamentöse Therapie. Gleichzeitig enthalten bereits bei der Aufnahme ins Krankenhaus viele Medikationspläne Fehler oder Unstimmigkeiten. Zudem werden Therapien immer komplexer.

Stationsapotheker*innen aus Krankenhaus- oder krankenhausversorgenden Apotheken bringen pharmazeutische Expertise direkt ins Behandlungsteam ein. Sie analysieren Arzneimitteltherapien, begleiten Visiten und unterstützen so Ärzt*innen sowie Pflegekräfte. Sie verhindern Medikationsfehler, erhöhen die Arzneimitteltherapiesicherheit und sparen nachweislich Kosten. Das schützt Patient*innen vor vermeidbaren Risiken und verbessert die Qualität der Behandlung.

Trotzdem gehört Deutschland europaweit zu den Schlusslichtern beim Einsatz klinischer Pharmazie auf Station. Warum sich das ändern muss, zeigt die aktuelle Ausgabe von tacheles.

Titelbild Warnke

In Brandenburg 
existieren nur noch

524

Apotheken

Eine Apotheke versorgt jetzt bis zu

4.900

Menschen

Im Jahr 2017 versorgte eine Apotheke noch 

4.300

Menschen

Apothekenschließungen im Land Brandenburg seit 2022

Unsere aktuelle Ausgabe

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Dr. Warncke

„Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Arzneimittelspezialist*innen für eine, moderne, unabhängige, wirtschaftliche und sichere Arzneimitteltherapie im Krankenhaus unerlässlich sind. Pharmazeutische Kompetenz muss, auch wegen der fortschreitenden Spezialisierung in der Medizin, verbindlich in die Behandlungsteams integriert werden. Die gesetzliche Verankerung von Stationsapotheker*innen ist dafür ein nötiger Schritt.“

Dr. rer. nat. Ulrich Warnke,
Chefapotheker Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam

Dr.Oppert

„Der Beitrag von Apotheker*innen auf der Intensivstation ist nicht hoch genug zu bewerten. Moderne Arzneimitteltherapie insbesondere auf der Intensivstation wird immer komplexer. Arneimittelinteraktionen oder Medikamentendosierungen – seien es Über- oder Unterdosierungen – sind nur zwei Beispiele, bei denen der Eingriff durch die Pharmazeut*innen essentiell für die tägliche Patientensicherheit ist.“

Prof. Dr. med. Michael Oppert,
Chefarzt für Notfall- und Intensivmedizin
in Potsdam

Foto Fr. Dohm

„Die Tätigkeit als Stationsapotheker*innen ermöglicht es uns, unsere Expertise im direkten Patient*innenkontakt und im interdisziplinären Behandler*innenteam einzubringen und so gemeinsam die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Sie ermöglicht auch sektorenübergreifend die bestmögliche medikamentöse Versorgung und einen effizienten Einsatz von (Personal-) Ressourcen.“

Anna Dohm, Apothekerin Klinikum Ernst von Bergmann
in Potsdam

Wirtschaftlicher Nutzen

Mehr Sicherheit. Weniger Kosten.

Arzneimittelbedingte Komplikationen verursachen hohe Folgekosten. Untersuchungen aus dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam zeigen, dass Stationsapotheker*innen schwerwiegende Fehler verhindern und gleichzeitig erhebliche Einsparungen ermöglichen. Jeder investierte Euro zahlt sich mehrfach aus. Die Integration pharmazeutischer Expertise ist deshalb nicht nur medizinisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vernünftig.

WAS STEHT BESONDERS IM FOKUS?

Sicherere Arzneimitteltherapie im Krankenhaus

Medikationsfehler gehören zu den häufigsten vermeidbaren Ursachen von Komplikationen im Krankenhaus. Stationsapotheker*innen aus Krankenhaus- oder krankenhausversorgenden Apotheken prüfen Verordnungen, erkennen Wechselwirkungen, beraten zu Dosierungen und begleiten Patient*innen von der Aufnahme bis zur Entlassung. Das erhöht die Sicherheit und verbessert die Versorgungsqualität nachhaltig.

Studien zeigen: Stationsapotheker*innen rechnen sich

Potsdamer Studien belegt: Durch pharmazeutische Interventionen konnten schwerwiegende Arzneimittelereignisse verhindert und erhebliche Behandlungskosten eingespart werden. Klinische Pharmazie schützt nicht nur Patient*innen, sondern entlastet auch Krankenhäuser und Krankenkassen.

International längst Standard

Großbritannien, die Niederlande und zahlreiche weitere Länder setzen seit Jahren erfolgreich auf Apotheker*innen auf Station. Auch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben verbindliche Regelungen geschaffen. Brandenburg sollte diesem Beispiel folgen.

Brandenburg braucht Stationsapotheker*innen

Ein Gewinn für Patient*innen und Krankenhäuser

Die Landesapothekerkammer Brandenburg fordert die gesetzliche Verankerung von Stationsapotheker*innen in allen Kliniken des Landes. Gerade angesichts einer älter werdenden Bevölkerung, zunehmender Multimorbidität und komplexer Arzneimitteltherapien braucht es pharmazeutische Kompetenz dort, wo sie am dringendsten benötigt wird: direkt auf der Station.

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